Aktiver Klimaschutz im Bergwald:  500 Tannen gepflanzt

Unter schwierigsten Bedingungen pflanzte die Sektion Wolfratshausen des Deutschen Alpenvereins in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen am Fahrtkopf in Bichl 500 junge Tannen. Die widrigen Witterungsverhältnisse und das steile, durch viele Äste schwer begehbare Gelände stellten die sieben Jugendliche und 15 Erwachsene vor große Herausforderungen.

Gruppenbild der 22 Freiwilligen der Sektion Wolfratshausen des Deutschen Alpenvereins mit dem ersten Vorstand Gerhard Hofmann (links oben im grauweiß karierten Hemd), Wolfgang Neuerburg, zweiter Vorsitzender (links hinten neben der AELF-Fahne) sowie Bergwald- Förster Franz Jäger vom AELF Holzkirchen (rechts neben AELF-Fahne).

Damit den jungen Weißtannen von Anfang an gute Startbedingungen mitgegeben werden, ist eine sehr sorgfältige Pflanzung entscheidend. Bergwald-Förster Franz Jäger vom AELF Holzkirchen und der zweite Vorsitzende der DAV-Sektion Wolfratshausen, Wolfgang Neuerburg haben die Freiwilligen dabei eingewiesen, begleitet und betreut. Die Einsatzflächen befanden sich – wie die letzten Jahre auch – auf von Windwurf und Schneebruch gezeichneten Schadflächen im Bereich des Fahrtkopfgipfels.

Es galt zudem, die jungen Tannen vor Verbiss durch Hirsch, Reh und Gämse zu schützen. Einen ganzen Sack voller ungewaschener Schafwolle haben daher die Aktiven um die Gipfeltriebe der kleinen Bäumchen gewickelt. Gleichzeitig bemühen sich die Jäger, den Verbissdruck durch die Jagd in tragbaren Grenzen zu halten. Gemäß dem Motto „Bergmischwald statt Monokultur“ ist es am Fahrtkopf das Ziel, die instabilen Fichtenreinbestände in strukturreiche Bergmischwälder umzubauen. Diese sind stabiler und können somit ihre vielfältigen Aufgaben auch im Hinblick auf den drohenden Klimawandel besser erfüllen. Eine besondere Bedeutung kommt hierbei der tiefwurzelnden und damit die Wälder stabilisierenden Weißtanne zu, die zudem auch trocken- und hitzeresistenter als die Fichte ist. In den letzten Jahren wurden am Fahrtkopf bereits mehrere Hektar im Privatwald bepflanzt.

Informationen zur Bergwaldoffensive

Die Entwicklung von Strategien zur Anpassung an den Klimawandel ist ein zentrales Anliegen der  Klimavorsorgepolitik der Bayerischen Staatsregierung. Aus diesem Grund ist vor über 10 Jahren die Bergwaldoffensive ins Leben gerufen worden. Sie ist Bestandteil des Klimaprogramms Bayern 2030. Ziel der Bergwaldoffensive ist es, heute für einen gesunden und stabilen Bergwald von Morgen vorzusorgen.