Stadtgruen. Foto: Cornelia-Schlosser

Fenster-Ausstellung: „Wilde Pflanzen vor der Tür“

In der meist bis auf den letzten Quadratmeter genutzten Landschaft werden die Lebensräume für Wildpflanzen immer kleiner. „Wilde Ecken“ in Dörfern und Städten gewinnen damit als Rückzugsgebiete zunehmend an Bedeutung.
Die BUND Naturschutz-Fenster-Ausstellung „Wilde Pflanzen vor der Tür“ (23. April bis 6. Juni) widmet sich diesem Thema und will aufklären und begeistern. Die großen Fenster auf der Seeseite des Seminarhauses laden Besucher ein, die Ruderalpflanzen zu schätzen und zu genießen.
Viele besonders anpassungsfähiger Pflanzen finden an Straßen- und Wegrändern, Mauern und Zäunen, offene Böden, Schuttplätzen oder Brachflächen gute Lebensbedingungen. Diese „Ruderalpflanzen“ sind kein „Unkraut“, sondern Multitalente! Sie besiedeln vom Menschen geschaffene, aber nicht genutzte Standorte – sogenannte Ruderalstellen (vom lateinischen „Rudus“ = Schutt, Mörtel). Das Dulden „wilder Gesellen“ ist keineswegs ein Zeichen von Nachlässigkeit. Der Natur eine Chance geben, heißt Mut zu einer vielfältigen natürlichen Ästhetik aufzubringen, statt mit einem monotonen Rasen langweiligen Schönheitsvorstellungen zu folgen.

Ruderalpflanzen sind gut für Mensch und Tier:

  • Pflanzen im Siedlungsbereich binden Staub und schützen offene Böden vor Austrocknung und Erosion.
  • Wildpflanzen begleiten uns als Teil der Stadtnatur durchs Jahr. Mit ihrer Farbenpracht und Formenvielfalt sind Ruderalpflanzen auch optisch ein Genuss!
  • Die trocken-warmen Ruderalflächen mit ihrer Pflanzenvielfalt sind damit ein Paradies für insektenfressende Tierarten wie z.B. Spinnen, Fledermäuse, Spitzmäuse, Eidechsen oder viele Vögel.

Webinar zur Ausstellung

Zu der Ausstellung findet am 11. Mai ein Umweltbildungs-Webinar rund um Wildkräuter und welche wichtige Rolle diese „Unkräuter“ für Mensch und Tier spielen. Anhand der Ausstellung gleichen Namens werden Naturerlebnisspiele, Bastelaktionen, Literatur und vieles mehr vorgestellt. Eine Fundgrube für Umweltbildner und Interessierte an der Ausstellung.

Informationen:
Naturschutz- und Jugendzentrum Wartaweil
Wartaweil 76/77
82211 Herrsching
Tel. 08152/39900-0
wartaweil@bund-naturschutz.de
www.bund-naturschutz.de