Rekordwerte auf der Zugspitze für das Jahr 2020

Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1900 war es nur 2011 schon einmal so warm. Auf dem Gipfel der Zugspitze sowie an der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus wird vom Deutschen Wetterdienst kontinuierlich seit 1900 das Wetter aufgezeichnet. Schon die aktuellen Werte vom Dezember 2020 zeigen mit einem Plus von 1.2 Kelvin (K), dass es im Vergleich zu vergangenen Jahren wärmer war als sonst.

Nur 2015 wurden bereits schon einmal höhere Werte in einem Dezember gemessen. Betrachtet man das gesamte vergangene Jahr, so lässt sich feststellen, dass innerhalb des 120 Jahre langen Messzeitraumes, das Jahr 2020 zusammen mit dem Jahr 2011 die wärmsten überhaupt waren.

Das Schneefernerhaus auf der Zugspitze. Foto: M. Neumann UFS GmbH

Referenzwerte sprechen deutliche Sprache

Im vergangenen Jahr wich die gemessene Temperatur an der Zugspitze um + 2.1 K von dem Referenzwert ab.

Dabei lag das Maximum mit 15 Grad Celsius (°C) am 6. August 2020 leicht unter dem jemals gemessenen Maximalwert von 17.9 °C im Juli 1957. Die Minimal-Temperaturen 2020 waren aber dagegen deutlich höher als normalerweise. Der Minimalwert von -19.6 °C wurde am 26. Dezember 2020 gemessen, wogegen in der Vergangenheit auch Minusgrade bis unter -30.0 °C (Minimum -35.6 °C im Februar 1940) üblich waren.

Meereisflächen schmelzen immer schneller

Aber nicht nur auf der Zugspitze gab es 2020 Rekordwerte bezüglich der Temperatur: In ganz Deutschland zeigt sich eine positive Abweichung in diesem Jahr, verglichen zum langjährigen Mittel. Weltweit lag die Mitteltemperatur laut Erdbeobachtungsprogramm Copernicus 1.25 K über dem Niveau der Vergleichsperiode. Die Arktis ist hier trauriger Spitzenreiter: Bis +6 K höhere Werte wurden hier im Vergleich zum Bezugszeitraum (1981 – 2010) gemessen. Diese ungewöhnlich hohen Temperaturen ließen in der Folge auch das Meereis verstärkt schmelzen, was zu den kleinsten jemals beobachteten Meereisflächen in den Monaten Juli und Oktober führte.

Foto: M. Neumann UFS GmbH